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Kita-Gebühren nach Reform Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG)

Veröffentlicht: 29.10.2026

Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Eltern,

zum 1. Januar 2027 tritt die grundlegende Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) in Kraft. Das betrifft viele Familien in unserer Gemeinde. Deshalb möchte ich Ihnen offen erklären, was sich ändert, was das für die Elternbeiträge bedeutet und warum wir diesen Weg als Kommune unterstützen.

Was sich ändert:

Bisher hat der Freistaat die Kindergartenzeit (3 bis 6 Jahre) mit 100 Euro pro Kind und Monat bezuschusst. Dieser Betrag wurde automatisch vom Elternbeitrag abgezogen. Diese gesetzliche Regelung soll es künftig nicht mehr geben. Das Geld geht aber nicht verloren: Es fließt künftig über den sogenannten Qualitätsbonus an alle Einrichtungen, also an Krippe, Kindergarten und Hort. Der Qualitätsbonus steigt bis 2029 deutlich, von rund 80 auf rund 850 Euro. Dazu kommt eine Teamkräftepauschale, die Hauswirtschafts-, Verwaltungs- und Assistenzkräfte dauerhaft finanziert. Sie wird allein vom Freistaat getragen.

Warum wir das befürworten:

Die Kosten für Personal, Energie und Betrieb sind in den letzten Jahren stark gestiegen (8,74 Millionen Euro im Jahr 2025, ohne Hort und Mittagsbetreuung). Nach Berechnungen unserer Kämmerei trägt unsere Gemeinde rund 54% der tatsächlichen Kita-Finanzierung (Kommunaler Defizitausgleich + kommunaler Förderanteil BayKiBiG, siehe Diagramm). Der Freistaat trägt etwa 35% (Förderung nach BayKiBiG) und die Eltern etwa 10% der Kosten. In dieser Berechnung sind die Baukosten der gemeindlichen Gebäude nicht enthalten. Hier kommen geschätzte 2.500€ pro Kita-Platz pro Jahr hinzu (bei einer angenommenen Laufzeit eines Neubaus von 40 Jahren). Der gemeindliche Kostenanteil liegt also de facto bei über 54%. Das ist auf Dauer nicht tragfähig. Mehr staatliches Geld für die Einrichtungen ist deshalb notwendig und ausdrücklich zu begrüßen. Es sichert Qualität und Plätze. Auch die Vereinfachung des Fördersystems und die dauerhafte Absicherung der Teamkräfte, die bisher von befristeten Programmen abhingen, sind ein echter Fortschritt für Träger, Personal und Kinder.

Was heißt das für den Geldbeutel der Eltern?

Die Kosten steigen stärker, als die finanzielle Förderung wächst. Auch mit der Reform bleiben daher die Defizite bestehen.

Wir kalkulieren mit Augenmaß und berücksichtigen dabei alle zusätzlichen staatlichen Mittel. Kinderbetreuung muss verlässlich, hochwertig und bezahlbar bleiben, das ist unser gemeinsames Ziel von Freistaat, Gemeinde und Trägern. Eltern, die sich die Kita-Gebühren nicht leisten können, haben die Möglichkeit, eine Kostenübernahme beim Kreisjugendamt zu beantragen. Bei der Antragstellung bietet das Sachgebiet Soziales der Gemeinde Aschheim Unterstützung.

Gute Kitas gelingen nur gemeinsam – durch Freistaat, Gemeinde, Träger und Eltern. Ich bin überzeugt: Die Reform ist ein wichtiger und notwendiger Schritt. Ich bitte Sie um Ihr Verständnis.

Ihr

Florian Meier
Erster Bürgermeister

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